Ratgeber

Joggen bei Hitze: Wie sich Sommertraining sicher gestalten lässt

Hitzewarnungen gehören inzwischen vielerorts zum Sommer. Wer trotzdem nicht auf die Laufrunde verzichten will, kann mit ein paar Anpassungen das Risiko deutlich senken – entscheidend sind Timing, Trinken und das rechtzeitige Erkennen von Warnzeichen.

Von Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Steigende Temperaturen und amtliche Hitzewarnungen prägen die deutschen Sommer zunehmend. Für Freizeitläuferinnen und -läufer stellt sich damit regelmäßig die Frage, ob und wie sich das Training bei großer Hitze fortsetzen lässt. Die kurze Antwort: Bewegung ist möglich, aber der Körper arbeitet unter Wärmebelastung an einer zusätzlichen Front – und das verlangt Rücksicht.

Was im Körper passiert

Beim Laufen entsteht durch die Muskelarbeit erhebliche Wärme, die der Körper normalerweise über die Haut und das Verdunsten von Schweiß abgibt. Ist die Umgebungsluft bereits warm und obendrein feucht, verdunstet der Schweiß schlechter. Die Körperkerntemperatur steigt dann schneller an, und das Risiko von Überhitzung und Erschöpfung wächst. Genau deshalb fühlt sich dieselbe Strecke bei 30 Grad ungleich anstrengender an als bei 15 Grad – der Kreislauf muss gleichzeitig die Muskeln versorgen und den Körper kühlen.

Timing schlägt Tempo

Die wirksamste Anpassung ist ein Blick auf die Uhr. Fachportale empfehlen übereinstimmend, die Laufrunde in die frühen Morgenstunden zu verlegen. Dann sind die Temperaturen am niedrigsten und die Luftqualität in der Regel besser als im Tagesverlauf. Die Mittags- und frühen Nachmittagsstunden, in denen die Sonne am stärksten steht, sind für intensives Training dagegen ungeeignet. Wer nur abends kann, sollte schattige, luftige Strecken wählen – Wälder und Wasserläufe bleiben spürbar kühler als aufgeheizter Asphalt in der Stadt.

Ebenso wichtig ist, die Erwartung an die eigene Leistung herunterzuschrauben. Bei Hitze ist ein langsameres Tempo kein Zeichen mangelnder Form, sondern eine sinnvolle Reaktion des Körpers. Wer stur seine gewohnten Zeiten laufen will, riskiert eine Überlastung. Intensive Intervalle oder Wettkampftempo lassen sich an heißen Tagen besser verschieben.

Trinken – aber richtig

Bei kürzeren, lockeren Läufen genügt es meist, vor und nach dem Training ausreichend zu trinken. Bei Einheiten ab etwa 45 bis 60 Minuten gehört nach gängiger Empfehlung eine Trinkflasche oder ein Trinkrucksack dazu, aus dem regelmäßig kleine Mengen aufgenommen werden. Sinnvoll ist eine elektrolythaltige Flüssigkeit, denn mit dem Schweiß verliert der Körper nicht nur Wasser, sondern auch Mineralstoffe. Reines Wasser in sehr großen Mengen ist keine bessere Lösung – auf die Balance kommt es an.

Ein einfacher Kontrollwert ist die Urinfarbe: Dunkelgelb bis bräunlich deutet auf einen Flüssigkeitsmangel hin, hell ist ein gutes Zeichen. Auch die richtige Kleidung hilft, den Körper zu entlasten – locker, atmungsaktiv, hell –, ebenso eine Kopfbedeckung und Sonnenschutz für die freien Hautpartien.

Warnzeichen ernst nehmen

Entscheidend ist, die Signale des Körpers nicht zu ignorieren. Durst, trockener Mund, Kopfschmerzen, Schwindel und ein deutlicher Leistungsabfall gelten als Anzeichen einer Dehydration. Kommen Übelkeit, Benommenheit, starke Müdigkeit oder Verwirrtheit hinzu, kann das auf einen drohenden Hitzschlag hindeuten. Dann heißt es: sofort stoppen, in den Schatten gehen, den Körper kühlen und im Zweifel den Rettungsdienst unter 112 rufen. Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall und kein Grund, sich für das abgebrochene Training zu schämen.

Wer Vorerkrankungen hat, etwa am Herz-Kreislauf-System, sollte an heißen Tagen besonders vorsichtig sein und im Zweifel ärztlichen Rat einholen. Für alle anderen gilt: Mit angepasstem Timing, ausreichend Flüssigkeit und einem wachen Blick auf die eigenen Grenzen bleibt die Sommerrunde auch bei Hitze machbar – nur eben in einem anderen Gang.


Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Vorerkrankungen wenden Sie sich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.