Stau vermeiden auf der Urlaubsfahrt: So kommen Sie entspannter ans Ziel
Volle Autobahnen zur Ferienzeit: Mit der richtigen Abfahrtszeit, kluger Routenplanung und gutem Verhalten im Stau kommen Sie deutlich entspannter in den Urlaub.
Sommerzeit ist Reisezeit – und für viele bedeutet das: volle Autobahnen, zäher Verkehr und Wartezeiten vor Baustellen und Grenzübergängen. Ganz vermeiden lässt sich hohes Verkehrsaufkommen in der Ferienzeit nicht, aber mit guter Planung, der richtigen Abfahrtszeit und ein paar Verhaltensregeln unterwegs lässt sich das Staurisiko deutlich senken. Und selbst wenn es doch einmal stockt, macht die richtige Vorbereitung den Unterschied zwischen Stress und einer entspannten Pause.
Den richtigen Reisetag und die richtige Uhrzeit wählen
Die stärksten Reisewellen rollen erfahrungsgemäß an den Wochenenden rund um den Ferienbeginn – vor allem freitags am Nachmittag und samstags am Vormittag, wenn Urlauber aus mehreren Regionen gleichzeitig starten. Wer flexibel ist, weicht auf Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag aus: Unter der Woche ist zwar Berufsverkehr rund um die Ballungsräume zu erwarten, die langen Fernstrecken sind aber meist deutlich leerer.
Auch die Uhrzeit spielt eine große Rolle. Sehr früh am Morgen zu starten – idealerweise vor fünf oder sechs Uhr – bringt oft mehrere Stunden freie Fahrt, bevor der Reiseverkehr einsetzt. Alternativ kann ein Start am späten Abend sinnvoll sein, wenn man nachts gut fahren kann und ausgeruht ist. Wichtig dabei: Nachtfahrten nur ausgeschlafen antreten und Pausen fest einplanen.
Route vorausschauend planen – und Alternativen kennen
Vor der Abfahrt lohnt ein Blick auf aktuelle Baustellenkarten und Verkehrsprognosen, die etwa Automobilclubs und Navigationsdienste veröffentlichen. Bekannte Engpässe – stark befahrene Autobahnkreuze, Tunnelabschnitte oder Grenzübergänge – lassen sich oft großräumig umfahren, wenn man sie schon bei der Planung berücksichtigt statt erst im Stau.
Navigations-Apps mit Echtzeit-Verkehrsdaten sind unterwegs eine große Hilfe, sollten aber mit Augenmaß genutzt werden: Wenn die App durch enge Ortsdurchfahrten lotst, ist die vermeintliche Abkürzung oft kaum schneller, dafür anstrengender – und die Umleitungsstrecke ist häufig ebenso überlastet, weil viele Fahrer denselben Vorschlag erhalten. Als Faustregel gilt: Bei kurzen Stauabschnitten von wenigen Kilometern bleibt man meist besser auf der Autobahn.
Pausen klug legen statt mit allen anderen rasten
Zur Hauptreisezeit sind nicht nur die Fahrbahnen voll, sondern auch die Raststätten. Wer seine Pausen etwas abseits der klassischen Stoßzeiten legt – also nicht gerade um zwölf Uhr mittags – spart Wartezeit an Zapfsäule, Toilette und Imbiss. Eine Alternative sind Autohöfe kurz hinter der Abfahrt: Sie sind oft günstiger und weniger überlaufen als Raststätten direkt an der Strecke.
Grundsätzlich gilt: Etwa alle zwei Stunden eine Pause von 15 bis 20 Minuten einlegen, sich bewegen und frische Luft schnappen. Das hält die Konzentration hoch – gerade im dichten Ferienverkehr, der volle Aufmerksamkeit verlangt. Wer mit Kindern reist, plant Pausen am besten großzügiger und sucht gezielt Rastplätze mit Spielmöglichkeiten aus.
Richtig verhalten, wenn es doch stockt
Gerät man trotz aller Planung in stockenden Verkehr, helfen ein paar einfache Regeln. Frühzeitig die Geschwindigkeit reduzieren und Abstand halten vermeidet abruptes Bremsen, das den Stau nach hinten verstärkt. Hektische Spurwechsel bringen erfahrungsgemäß kaum Zeitgewinn, erhöhen aber das Unfallrisiko – gleichmäßiges Mitfahren in der eigenen Spur ist meist die bessere Wahl.
Sehr wichtig: Sobald der Verkehr ins Stocken gerät, eine Rettungsgasse bilden – auf zweispurigen Autobahnen in der Mitte, bei drei und mehr Spuren zwischen der äußerst linken und den übrigen Spuren. Die Gasse muss frei bleiben, solange der Stau dauert. Den Motor bei längerem Stillstand abstellen, im Fahrzeug bleiben und die Warnblinkanlage einschalten, wenn man sich einem Stauende nähert, gehören ebenfalls zum kleinen Einmaleins des Staufahrens.
Gut vorbereitet ist halb gewonnen
Ein Stau ist deutlich weniger belastend, wenn man vorbereitet ist. Dazu gehören ausreichend Wasser für alle Insassen, ein paar Snacks, Sonnenschutz für die Scheiben und Beschäftigung für Kinder. Im Sommer heizt sich ein stehendes Auto schnell auf – ein voller Tank beziehungsweise geladener Akku gibt die Sicherheit, auch bei längerem Stillstand Klimaanlage oder Lüftung nutzen zu können, ohne liegenzubleiben. Vor der Fahrt kurz Reifendruck, Kühlwasser und Scheibenwaschanlage zu prüfen, reduziert zudem das Risiko einer Panne, die den Zeitplan endgültig durcheinanderbringt.
Fazit
Wer die klassischen Stoßzeiten meidet, seine Route mit Blick auf bekannte Engpässe plant und unterwegs Echtzeit-Verkehrsinfos mit gesundem Menschenverstand kombiniert, umfährt viele Staus, bevor sie zum Problem werden. Für den Rest gilt: ruhig bleiben, Rettungsgasse bilden und die Pause als Teil der Reise begreifen. Mit früher Abfahrt, guter Vorbereitung und realistischem Zeitplan beginnt der Urlaub dann nicht erst am Ziel, sondern schon auf dem Weg dorthin.
- Fahrradkette reinigen und ölen: So läuft Ihr Rad wieder leise und leicht
- Klimaanlage im Auto richtig nutzen und pflegen: So bleibt es kühl und sparsam
- Wachs, Keramik oder Folie: Wie sich Autolack heute wirklich schützen lässt
- Balkonpflanzen im Urlaub bewässern: So überstehen Ihre Pflanzen die Ferien
- Parkplatz in der Prallsonne: Was Sommerhitze wirklich mit dem Auto macht
- Wohnung kühl halten ohne Klimaanlage: Die besten Tricks gegen Sommerhitze