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Teurer bei gleicher Technik: Warum die Smartphone-Nachfolger 2026 mehr kosten

Eine aktuelle Auswertung zeigt: Die meisten neuen Smartphones dieses Jahres starten teurer als ihre direkten Vorgänger. Der Grund liegt weniger im Gerät selbst als in einem Bauteil, das kaum jemand beachtet – dem Speicher.

Von Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Wer sich in diesem Jahr ein neues Smartphone gekauft hat, dürfte den Eindruck haben, dass der Griff zum aktuellen Modell teurer geworden ist. Eine Auswertung des Vergleichsportals wannkaufen.de untermauert das Gefühl mit Zahlen: Von zwanzig untersuchten Paaren aus Vorgänger- und Nachfolgemodell startete demnach die Mehrheit – dreizehn Geräte – im ersten Halbjahr 2026 mit einer höheren unverbindlichen Preisempfehlung als das jeweilige Vorjahresmodell. Die Einzelmeldung eines Portals ist für sich genommen wenig aussagekräftig. Sie passt aber in ein Bild, das Marktforscher unabhängig davon zeichnen.

Der Befund: die Nachfolger ziehen an

Über Jahre galt in der Branche eine unausgesprochene Regel: Ein Nachfolgemodell kostet zum Marktstart ungefähr so viel wie sein Vorgänger, bietet aber etwas mehr Leistung. Ältere Geräte wurden mit dem Erscheinen der neuen Generation planbar günstiger. Genau diese Mechanik gerät ins Wanken. Nach Analysen von Marktbeobachtern soll der durchschnittliche Verkaufspreis von Smartphones 2026 spürbar steigen – in einer viel zitierten Schätzung um rund ein Fünftel gegenüber dem Vorjahr. Besonders betroffen ist ausgerechnet das Einsteigersegment, in dem die Kundschaft am preissensibelsten reagiert.

Auffällig ist, dass der Aufpreis nicht immer mit einem sichtbaren Mehrwert einhergeht. In manchen Fällen zahlen Käuferinnen und Käufer für ein Gerät mit derselben oder nur leicht veränderten Ausstattung schlicht mehr. In anderen bleibt der Preis stabil, dafür wird beim Arbeits- oder Datenspeicher gespart. Beide Wege laufen auf dasselbe hinaus: Für sein Geld bekommt man tendenziell weniger als noch vor einem Jahr.

Warum der Speicher zum Kostentreiber wird

Der wichtigste Grund liegt tief in der Lieferkette und hat mit dem Smartphone selbst wenig zu tun. Die Preise für Speicherchips – sowohl den flüchtigen Arbeitsspeicher als auch den festen Datenspeicher – sind kräftig gestiegen. Hintergrund ist eine hohe Nachfrage nach Speicher für Rechenzentren, die den Ausbau von KI-Anwendungen tragen. Die Hersteller solcher Chips lenken ihre Kapazitäten dorthin, wo die Margen am höchsten sind, und für Smartphones bleibt weniger und teurerer Speicher übrig. Branchenschätzungen sprechen von zweistelligen Zuwächsen bei den Bauteilkosten, in Teilen des Einsteigersegments von noch deutlich mehr.

Für die Hersteller ist das eine unangenehme Rechnung. Speicher macht einen erheblichen Teil der Materialkosten eines Geräts aus. Steigt dieser Posten, lässt er sich nur begrenzt durch Sparen an anderer Stelle auffangen. Am Ende landet die Differenz entweder im Verkaufspreis oder in einer stilleren Form der Verteuerung – etwa dann, wenn die günstigste Speichervariante eines Modells leise aus dem Sortiment verschwindet.

Was das für Käufer bedeutet

Wer nicht auf das allerneueste Gerät angewiesen ist, hat weiterhin Spielraum. Die Faustregel, dass Vorjahresmodelle mit dem Erscheinen der Nachfolger merklich im Preis nachgeben, gilt im Grundsatz noch – Verbrauchertests beziffern den Abschlag je nach Serie auf einen zweistelligen Prozentbereich. In einem Umfeld steigender Neupreise wird dieser Abstand zum Vorgänger eher wertvoller. Auch der zuletzt gewachsene Markt für generalüberholte Geräte gewinnt an Bedeutung, wenn neue Hardware teurer wird.

Ein genauer Blick lohnt vor allem auf die Speicherausstattung. Wenn zwei ähnlich beworbene Geräte preislich auseinanderliegen, ist der Unterschied heute häufiger als früher im Speicher zu suchen. Und wer ohnehin überlegt, ob die nächste Größe beim Datenspeicher nötig ist, trifft diese Entscheidung 2026 in einem Marktumfeld, in dem gerade dieses Bauteil der eigentliche Preistreiber ist.


Dieser Beitrag ordnet einen aktuellen Branchentrend redaktionell ein und ersetzt keine individuelle Kaufberatung. Preisangaben beruhen auf Schätzungen von Marktforschern und Herstellerangaben und können sich kurzfristig ändern.