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Ein Studium, zwei Diplome: Wie binationale Doppelabschluss-Programme funktionieren

Ein Studium an zwei Universitäten, am Ende zwei Abschlüsse: Wie Doppelabschluss- und Joint-Degree-Programme aufgebaut sind, wer sie fördert – und worauf Studierende achten sollten.

Von Anton · · 3 Min. Lesezeit

Zwei Urkunden für einen Bildungsweg

Ein einziges Studium absolvieren und am Ende gleich zwei vollwertige Abschlüsse in den Händen halten – von zwei Hochschulen aus zwei Ländern: Was nach einem Kniff klingt, ist ein etabliertes Modell der internationalen Hochschulkooperation. Anlass, einen Blick darauf zu werfen, gibt eine frische Kooperationsmeldung aus Niedersachsen: Die TU Clausthal und die rumänische Babeș-Bolyai-Universität aus Cluj-Napoca stimmen derzeit gemeinsame Studienangebote ab, bei denen Studierende im Rahmen eines Bachelorstudiums an zwei Universitäten zwei Abschlüsse erwerben sollen. Solche Programme firmieren als Doppelabschluss oder, im englischen Hochschuljargon, als Double Degree.

Joint Degree und Double Degree – ein Unterschied

Wichtig ist die Abgrenzung zu verwandten Formaten. Beim Double Degree vergeben beide Partnerhochschulen jeweils eine eigene Abschlussurkunde; man hält am Ende also zwei getrennte Diplome. Beim Joint Degree dagegen stellen die beteiligten Hochschulen eine gemeinsame, von allen unterzeichnete Urkunde aus. Beide Varianten beruhen auf gemeinsam entwickelten und wechselseitig anerkannten Studienplänen. Möglich macht das in Europa vor allem das ECTS (European Credit Transfer System), das Studienleistungen in vergleichbare Punkte übersetzt und so die Anrechnung über Ländergrenzen hinweg überhaupt erst praktikabel macht.

Wie der Ablauf in der Praxis aussieht

In der Regel verbringen Studierende einen festgelegten Teil ihres Studiums an der Partnerhochschule im Ausland. Für Bachelorprogramme ist häufig ein Aufenthalt von rund einem Jahr vorgesehen, bei Masterprogrammen oft mindestens ein Semester. Entscheidend ist, dass dieser Auslandsabschnitt fest in den Studienverlauf integriert ist: Die dort erbrachten Leistungen werden vollständig anerkannt, sodass sich die Studienzeit – anders als bei einem frei organisierten Auslandssemester – im Idealfall nicht verlängert. Der Studienplan ist zwischen beiden Hochschulen abgestimmt, die Prüfungen folgen einem gemeinsamen Fahrplan.

Wer die Programme fördert und anbietet

Doppelabschlussprogramme sind in Deutschland kein Randphänomen. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert "integrierte internationale Studiengänge mit Doppelabschluss" seit Jahren mit eigenen Programmlinien, und Hochschulen von der TU Darmstadt über die Universität Mannheim bis zur TU München führen entsprechende Kooperationen. Besonders verbreitet sind sie in den Wirtschafts-, Ingenieur- und Sozialwissenschaften – Fächern, in denen ein internationaler Lebenslauf auf dem Arbeitsmarkt geschätzt wird.

Was es zu bedenken gibt

Reizvoll ist das Modell vor allem wegen des doppelten formalen Nachweises, der interkulturellen Erfahrung und der Sprachkenntnisse, die ein längerer Auslandsaufenthalt mit sich bringt. Allerdings verlangt es Organisation: Bewerbungsfristen an zwei Hochschulen, unterschiedliche Studienkulturen, Anforderungen an die Unterrichtssprache und mitunter höhere Lebenshaltungskosten am zweiten Standort wollen einkalkuliert sein. Wer ein solches Programm erwägt, sollte früh klären, welche Leistungen wie angerechnet werden und ob beide Abschlüsse im angestrebten Berufsfeld den gewünschten Wert haben. Für die richtige Vorbereitung lohnt der Blick in die Programmunterlagen der jeweiligen Hochschule – die Ausgestaltung unterscheidet sich von Kooperation zu Kooperation teils erheblich.


Dieser Beitrag ordnet ein Hochschulthema redaktionell ein. Verbindliche Informationen zu konkreten Programmen, Fristen und Anrechnungsregeln erteilen die jeweiligen Hochschulen.

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