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Comeback eines Klassikers: Warum der MBA wieder als Karrierefaktor gilt

Rund ein Drittel der mächtigsten CEOs der Welt hat einen MBA. Was die Zahl über den Wert von Managementkompetenz aussagt – und warum sie regional sehr unterschiedlich ausfällt.

Von Anton · · 4 Min. Lesezeit

Eine Zahl, die immer wieder zitiert wird

Wenn es um die Frage geht, was erfolgreiche Spitzenmanager gemeinsam haben, taucht regelmäßig eine Kennziffer auf: Rund ein Drittel der mächtigsten Konzernchefs weltweit hat einen Master of Business Administration, kurz MBA, in der Tasche. Die Zahl stammt aus einer wiederkehrenden Auswertung des Studienportals Study.eu, das die akademischen Lebensläufe einiger Hundert Vorstandsvorsitzender großer Unternehmen untersucht hat. In der Analyse von rund 283 Firmenchefs lag der MBA-Anteil bei etwa 31 Prozent. Anbieter von Management-Studiengängen greifen solche Werte gern auf – zuletzt etwa im Umfeld eines MBA-Programms der Hochschule Burgenland. Hinter dem Marketingaufhänger steckt allerdings eine ernsthaftere Debatte: Welche Rolle spielt eine formale Managementausbildung tatsächlich auf dem Weg an die Spitze?

Der Blick hinter die Statistik

Bemerkenswert an den Zahlen sind weniger die Durchschnittswerte als die regionalen Unterschiede. In Nordamerika und Lateinamerika verfügt laut der Auswertung jeweils gut die Hälfte der untersuchten CEOs über einen MBA, in Europa dagegen nur rund jeder Fünfte. In Asien und Afrika liegen die Anteile noch niedriger. Das spiegelt unterschiedliche Bildungskulturen wider: Während der MBA in den USA seit Jahrzehnten als klassisches Sprungbrett ins Topmanagement gilt, sind in Europa technische, naturwissenschaftliche oder juristische Abschlüsse traditionell stärker vertreten. Bei den Vorständen großer deutscher Konzerne etwa ist die Promotion historisch ein häufigeres Merkmal als der MBA. Eine hohe MBA-Quote ist also kein universelles Erfolgsrezept, sondern auch Ausdruck dessen, welche Abschlüsse in einer Region überhaupt als Eintrittskarte gelten.

Was ein MBA leisten kann – und was nicht

Der MBA ist kein Fachstudium, sondern ein generalistisches Managementprogramm. Es vermittelt betriebswirtschaftliches Grundwissen quer durch Finanzen, Marketing, Strategie und Personalführung und richtet sich häufig an Berufstätige, die bereits einige Jahre Erfahrung gesammelt haben. Genau darin liegt sein Versprechen: Wer aus einer Fachrolle heraus Führungsverantwortung übernehmen will, soll lernen, Unternehmen als Ganzes zu denken. Hinzu kommt ein oft unterschätzter Nebeneffekt – das Netzwerk aus Mitstudierenden, das über Jahre hinweg trägt. Belastbare Belege dafür, dass ein MBA kausal zu höheren Positionen oder Gehältern führt, sind allerdings schwer zu erbringen. Programme ziehen tendenziell ohnehin ambitionierte Menschen an, was Ursache und Wirkung schwer trennbar macht. Korrelation ist hier nicht gleich Kausalität.

Ein Markt unter Druck

Der Wert des Abschlusses hängt stark von Anbieter und Format ab. Zwischen einem renommierten Vollzeitprogramm einer internationalen Business School und einem berufsbegleitenden Fernstudium liegen Welten – bei Kosten, Reputation und Lernintensiv gleichermaßen. Gleichzeitig steht das klassische MBA-Modell unter Wettbewerbsdruck: Spezialisierte Master, kompakte Zertifikatskurse und digitale Weiterbildungsplattformen versprechen gezieltere Qualifizierung in kürzerer Zeit. Manche Arbeitgeber legen heute mehr Wert auf nachweisbare Projekterfahrung und konkrete Kompetenzen als auf einen bestimmten Titel. Der MBA bleibt deshalb eine sinnvolle Option für viele – ein Automatismus für den Aufstieg ist er nicht.

Was bleibt

Die viel zitierte Drittel-Quote sagt vor allem eines: Managementkompetenz lässt sich erlernen, und ein strukturiertes Programm kann diesen Weg beschleunigen. Sie sagt nicht, dass ohne MBA kein Spitzenposten erreichbar wäre – die Mehrheit der untersuchten CEOs kam schließlich ohne ihn aus. Für Berufstätige, die über eine solche Investition nachdenken, lohnt deshalb der nüchterne Blick: Welche Lücke soll der Abschluss schließen, passt das Format zur eigenen Lebenssituation, und steht der zu erwartende Nutzen im Verhältnis zu Zeit und Geld? Der MBA erlebt als Marke ein Comeback – klüger macht ihn das nicht automatisch, aber er kann ein Werkzeug unter mehreren sein.


Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Einordnung eines aktuellen Branchenthemas und keine Studien-, Berufs- oder Karriereberatung.

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