Zimmerpflanzen im Urlaub versorgen: So überstehen sie zwei Wochen ohne Sie
Wer in den Urlaub fährt, lässt seine Zimmerpflanzen oft ratlos zurück. Mit der richtigen Vorbereitung, einfachen Bewässerungshilfen und einem klugen Standort überstehen die meisten Pflanzen zwei bis drei Wochen problemlos – ganz ohne täglichen Gießdienst.
Kaum ist der Koffer gepackt, kommt die Frage auf: Wer kümmert sich um die Pflanzen? Gerade im Sommer, wenn die Erde schnell austrocknet, macht sich mancher Sorgen um Monstera, Basilikum oder die Orchidee auf der Fensterbank. Die gute Nachricht: Die meisten Zimmerpflanzen sind erstaunlich genügsam, wenn man sie richtig vorbereitet. Mit ein paar Handgriffen vor der Abreise übersteht das grüne Wohnzimmer auch längere Abwesenheiten. Dieser Ratgeber zeigt, worauf es ankommt.
Vor der Abreise: die richtige Vorbereitung
Der wichtigste Schritt passiert schon Tage vor dem Urlaub. Gießen Sie Ihre Pflanzen nicht erst kurz vor der Abfahrt kräftig, sondern versorgen Sie sie am Abreisetag mit einer normalen, gründlichen Wassergabe. Staunässe schadet mehr als kurzzeitige Trockenheit, denn in dauerhaft nasser Erde faulen die Wurzeln.
Entfernen Sie welke Blätter und verblühte Triebe. Sie verbrauchen unnötig Wasser und können während Ihrer Abwesenheit schimmeln. Auf Düngen sollten Sie in den Wochen vor der Reise verzichten: Dünger regt neues Wachstum an, und junge Triebe brauchen besonders viel Wasser. Wer möchte, kann größere Pflanzen vor dem Urlaub etwas zurückschneiden – weniger Blattmasse bedeutet weniger Verdunstung.
Ein einfacher Trick: Stellen Sie Ihre Pflanzen für die Urlaubszeit zusammen. In einer Gruppe erhöht sich die Luftfeuchtigkeit rund um die Blätter, und die Erde trocknet langsamer aus als bei einzeln verteilten Töpfen.
Den Standort klug wählen
Der Platz auf der sonnigen Südfensterbank ist im Alltag ideal, im Urlaub aber riskant. Direkte Sonne heizt die Erde auf und lässt das Wasser rasch verdunsten. Rücken Sie die Pflanzen daher etwas vom Fenster weg in einen helleren, aber nicht prallsonnigen Bereich des Raumes. Ein kühlerer Standort verlangsamt den Stoffwechsel der Pflanze und damit auch den Wasserverbrauch.
Lassen Sie Rollos oder Vorhänge halb geschlossen, damit sich der Raum nicht zu stark aufheizt. Vermeiden Sie zugleich völlige Dunkelheit – ganz ohne Licht leiden die meisten Zimmerpflanzen. Ein Zimmer mit indirektem Tageslicht ist der beste Kompromiss. Wer ein kühles Badezimmer mit Fenster hat, kann feuchtigkeitsliebende Pflanzen wie Farne dort gut unterbringen.
Bewässerungshilfen, die wirklich funktionieren
Für kurze Reisen bis etwa einer Woche reicht oft schon die gute Vorbereitung. Bei längerer Abwesenheit helfen einfache Systeme, die die Erde gleichmäßig feucht halten.
Bewährt haben sich Tonkegel mit Wasserreservoir: Der Kegel wird in die Erde gesteckt und über einen Schlauch mit einer Flasche oder einem Gefäß verbunden. Die Pflanze zieht sich das Wasser nach Bedarf durch das poröse Material. Ähnlich funktioniert der klassische Docht aus einem Stück Baumwollschnur oder Stoffband: Ein Ende steckt tief in der Blumenerde, das andere hängt in einem höher gestellten Wasserbehälter. Das Wasser wandert langsam entlang der Faser in den Topf.
Für mehrere Pflanzen eignet sich ein Wasserbad im Übertopf oder in der Wanne: Legen Sie ein feuchtes Handtuch in die Badewanne oder eine flache Schale, stellen Sie die Töpfe darauf und füllen Sie etwas Wasser ein. Über die Abzugslöcher im Topfboden saugen sich die Pflanzen nach. Wichtig ist, dass die Töpfe nicht dauerhaft im Wasser stehen, sonst droht Fäulnis. Fertige Bewässerungskugeln aus Glas oder Kunststoff sind eine bequeme Lösung für einzelne Töpfe, geben ihr Wasser aber oft schneller ab – testen Sie sie am besten ein paar Tage vor der Reise.
Kräuter, Balkon und besondere Fälle
Kräuter auf der Fensterbank und Pflanzen auf dem Balkon brauchen im Sommer besonders viel Aufmerksamkeit, weil sie schneller austrocknen. Rücken Sie Balkonkästen in den Schatten und gruppieren Sie die Töpfe eng zusammen. Ein Untersetzer mit Wasservorrat gleicht kurze Trockenphasen aus. Bei Balkonpflanzen lohnt sich für längere Reisen häufig ein einfaches Tropfsystem mit Zeitschaltuhr, wie es im Gartenhandel erhältlich ist.
Sukkulenten und Kakteen sind die pflegeleichtesten Urlaubsgäste: Sie speichern Wasser in ihren Blättern und kommen zwei bis drei Wochen mühelos ohne Gießen aus. Orchideen wiederum reagieren empfindlich auf Staunässe – hier genügt es, das Substrat vor der Abreise einmal gründlich zu wässern, indem Sie den Topf kurz in Wasser tauchen und gut abtropfen lassen.
Bei einer Abwesenheit von mehr als drei Wochen stößt jede Selbsthilfe an ihre Grenzen. Dann führt kein Weg an einer vertrauten Person vorbei, die zwischendurch nach dem Rechten sieht. Ein kurzer Zettel mit den wichtigsten Hinweisen – welche Pflanze wie viel Wasser braucht – erspart Missverständnisse.
Fazit
Zimmerpflanzen sind widerstandsfähiger, als viele denken. Wer vor der Abreise gründlich gießt, welke Teile entfernt, die Töpfe an einen kühleren, halbschattigen Platz gruppiert und je nach Reisedauer eine einfache Bewässerungshilfe einsetzt, muss sich um sein Grün keine Sorgen machen. Testen Sie neue Systeme am besten ein paar Tage vorher aus – dann kehren Sie aus dem Urlaub garantiert zu gesunden, grünen Pflanzen zurück.