Rasen im Hochsommer richtig pflegen: mähen, wässern und vor Trockenheit schützen
Braune Flecken, vertrocknete Halme, harter Boden: In heißen Wochen leidet der Rasen besonders. Mit dem richtigen Mähen, klugem Wässern und etwas Vorbeugung bleibt die Fläche auch im Hochsommer grün und widerstandsfähig.
Wochenlange Hitze und ausbleibender Regen setzen dem Rasen im Sommer stark zu. Halme werden strohig, der Boden verdichtet sich, und an sonnigen Stellen breiten sich braune Flecken aus. Wer seine Fläche in dieser Zeit falsch behandelt – etwa zu kurz mäht oder täglich ein bisschen sprengt – schwächt sie zusätzlich. Mit ein paar Grundregeln übersteht der Rasen aber auch längere Trockenphasen und erholt sich danach schnell wieder.
Richtig mähen: lieber etwas länger stehen lassen
Der häufigste Fehler bei Hitze ist zu kurzes Mähen. Kurze Halme beschatten den Boden schlechter, die Erde trocknet schneller aus, und die Wurzeln bekommen Stress. Im Hochsommer sollte die Schnitthöhe daher eher bei fünf bis sieben Zentimetern liegen statt bei den sonst üblichen drei bis vier. Die längeren Halme spenden sich gegenseitig Schatten und halten die Feuchtigkeit im Boden.
Mähen Sie außerdem nicht in der prallen Mittagshitze, sondern am frühen Morgen oder am Abend, wenn die Fläche nicht zusätzlich unter Sonne und Schnittstress steht. Achten Sie auf ein scharfes Messer: Ein stumpfer Mäher reißt die Halme eher ab, als sie sauber zu schneiden, und die ausgefransten Spitzen vertrocknen schneller. Bei anhaltender Trockenheit dürfen Sie das Mähen ruhig etwas seltener einplanen – ein Rasen, der kaum noch wächst, braucht auch keinen wöchentlichen Schnitt.
Wässern: selten, aber durchdringend
Beim Gießen gilt: lieber ein- bis zweimal pro Woche gründlich als jeden Tag ein wenig. Kurzes, häufiges Sprengen befeuchtet nur die oberste Schicht. Die Wurzeln bleiben dann flach und oberflächennah – genau dort, wo der Boden bei Hitze zuerst austrocknet. Wer dagegen selten, aber durchdringend wässert, regt die Wurzeln an, tiefer zu wachsen, und macht den Rasen widerstandsfähiger.
Als Faustregel haben sich rund 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter pro Wassergabe bewährt, sodass die Feuchtigkeit mehrere Zentimeter tief einzieht. Ob genug Wasser angekommen ist, lässt sich mit einem einfachen Test prüfen: Stellen Sie einen leeren Becher in den Sprengbereich und gießen Sie, bis sich darin etwa zwei Zentimeter sammeln. Der beste Zeitpunkt ist der frühe Morgen. Dann verdunstet weniger Wasser als tagsüber, und die Halme trocknen im Laufe des Tages ab, was Pilzbefall vorbeugt. Abendliches Wässern ist zwar besser als gar keines, hinterlässt die Fläche aber über Nacht feucht.
Braune Stellen richtig einordnen
Wird der Rasen im Sommer bräunlich und strohig, ist das oft weniger dramatisch, als es aussieht. Viele Gräser schalten bei Trockenheit in eine Art Ruhemodus und werden gelb-braun, ohne abzusterben. Sobald es wieder ausreichend regnet oder Sie durchdringend wässern, treiben sie in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen wieder aus. Wer diese Ruhephase zulassen kann, spart Wasser, ohne den Rasen dauerhaft zu verlieren.
Nur an stark beanspruchten Stellen, unter der prallen Nachmittagssonne oder an Rändern zu Wegen und Mauern kann der Boden so austrocknen, dass Halme absterben. Hier hilft es, die Fläche vorübergehend zu schonen und nicht zusätzlich zu betreten. Vermeiden Sie es außerdem, ausgerechnet in der größten Hitze zu düngen: Frischer Dünger regt Wachstum an, das die geschwächten Pflanzen gerade nicht leisten können, und kann bei Trockenheit sogar Verbrennungen verursachen. Das Nachdüngen verschieben Sie besser auf kühlere, feuchtere Wochen.
Den Boden dauerhaft widerstandsfähig machen
Wie gut ein Rasen die Hitze übersteht, entscheidet sich zu einem großen Teil vor dem Sommer. Ein verdichteter Boden nimmt Wasser schlecht auf – es läuft oberflächlich ab, statt zu den Wurzeln zu gelangen. Wer die Fläche im Frühjahr oder Frühherbst vertikutiert und bei schwerem Boden mit etwas Sand aufbessert, verbessert die Wasseraufnahme spürbar. Auch das Belüften mit einer Grabegabel oder speziellen Aerifizier-Werkzeugen lockert verdichtete Stellen.
Eine dünne Schicht Rasenschnitt liegen zu lassen – das sogenannte Mulchmähen – kann bei Hitze ebenfalls helfen: Der feine Schnitt beschattet den Boden und gibt beim Verrotten etwas Feuchtigkeit und Nährstoffe zurück. Wichtig ist, dass die Schicht dünn bleibt, sonst fault sie. Bei häufig trockenen Lagen lohnt es sich außerdem, bei einer Nachsaat auf trockenheitsverträgliche Gräsermischungen zu setzen, die mit weniger Wasser auskommen. Und schließlich gilt: Ein Rasen, der ohnehin unter Dauerstress steht, verträgt weniger Belastung. In langen Hitzeperioden tut es der Fläche gut, wenn Spiel, Möbel und viel Lauferei kurz pausieren.
Fazit
Ein Rasen kommt gut durch den Hochsommer, wenn man ihm nicht zu viel zumutet: etwas länger mähen, selten aber durchdringend wässern und braune Ruhephasen aushalten, statt in Panik täglich zu sprengen. Wer den Boden zusätzlich vor und nach dem Sommer pflegt, legt den Grundstein dafür, dass die Fläche Trockenheit besser übersteht und sich nach der Hitze schnell wieder erholt.