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Wenn die Heizung kühlt: Wie Wärmepumpe und Fußbodenheizung im Hitzesommer für Abkühlung sorgen

Statt einer lauten Klimaanlage nutzen immer mehr Haushalte ihr Heizsystem zum Kühlen: Wärmepumpe und Fußbodenheizung sorgen für stille Abkühlung. Wie passive und aktive Kühlung funktionieren, warum der Taupunkt die Grenze setzt – und was realistisch drin ist.

Von Anton · · 3 Min. Lesezeit

Kühlen mit dem Heizsystem – ein Umdenken

Wenn im Hochsommer die Temperaturen klettern, denken viele zuerst an die klassische Klimaanlage. Doch ein anderer Ansatz rückt zunehmend in den Fokus: Räume mit genau jenem System zu kühlen, das im Winter heizt. Moderne Wärmepumpen lassen sich vom Heiz- in den Kühlbetrieb umschalten und schicken dann kühles Wasser durch die Rohre der Fußbodenheizung. Aus der Heizfläche wird so eine Kühlfläche. Anbieter solcher Lösungen werben damit, dass sich auf diese Weise angenehmere Temperaturen erreichen lassen, ohne eine zusätzliche Klimaanlage anschaffen zu müssen.

Passiv oder aktiv: zwei Wege zur Kälte

Technisch unterscheidet man zwei Varianten. Bei der passiven oder „stillen" Kühlung wird die vergleichsweise niedrige Temperatur des Erdreichs oder Grundwassers genutzt; der Kompressor der Wärmepumpe bleibt weitgehend aus, was den Stromverbrauch gering hält. Die aktive Kühlung kehrt dagegen den Kältekreislauf um und erzeugt aktiv Kälte – das ist wirkungsvoller, verbraucht aber mehr Energie. Über große Flächen wie einen Fußboden lässt sich die Kühlleistung gleichmäßig und zugfrei verteilen. Branchenangaben zufolge sind dabei Kühlleistungen im Bereich von rund 20 bis 55 Watt pro Quadratmeter realistisch – genug, um Räume spürbar herunterzukühlen, aber kein Ersatz für die Schockkühlung einer leistungsstarken Klimaanlage.

Der Taupunkt als unsichtbare Grenze

Der wichtigste physikalische Haken heißt Taupunkt. Sinkt die Temperatur des Bodens unter den Taupunkt der Raumluft, schlägt sich Feuchtigkeit nieder – der Boden würde nass und rutschig, langfristig drohen Bauschäden. Deshalb darf die Vorlauftemperatur im Kühlbetrieb nie zu weit absinken. In der Praxis sorgen dafür sogenannte Taupunktwächter und eine Feuchteregelung, die die Anlage bei zu hoher Luftfeuchtigkeit drosseln. Genau diese Begrenzung erklärt auch, warum die Flächenkühlung die Raumtemperatur nur um einige Grad senkt und nicht beliebig weit herunterkühlen kann.

Was die Methode kann – und was nicht

Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Kühlung arbeitet leise, ohne Zugluft und vergleichsweise energieeffizient, besonders in der passiven Variante. Wer ohnehin eine Wärmepumpe mit Fußbodenheizung besitzt, kann die Kühlfunktion oft mit überschaubarem Aufwand aktivieren. Grenzen zeigen sich bei extremer Hitze, in schlecht gedämmten Gebäuden oder in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit. Auch eine nachträgliche Aufrüstung im Bestand ist nicht immer wirtschaftlich. Die Flächenkühlung ist damit weniger ein Wundermittel als eine sinnvolle Ergänzung – am stärksten dort, wo sie von Anfang an mitgeplant wird.

Förderung, Kosten und Erwartungen

Weil Wärmepumpen als klimafreundliche Technik gelten, kann ihre Anschaffung – samt Heizungssystem – unter bestimmten Voraussetzungen staatlich gefördert werden; die Kühlfunktion ist dabei häufig ein willkommener Nebeneffekt. Pauschale Versprechen sollte man dennoch mit Vorsicht genießen: Wie gut die Kühlung im Einzelfall funktioniert, hängt von Gebäude, Anlage und Einstellung ab. Wer mit dem Gedanken spielt, sollte sich unabhängig beraten lassen und realistische Erwartungen mitbringen. Als leiser Beitrag gegen die sommerliche Aufheizung kann die Flächenkühlung jedoch eine attraktive Alternative zur lauten Klimaanlage sein.


Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Einordnung eines Energie- und Bautrends und keine Energie- oder Förderberatung im Einzelfall.

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