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Vom Klick ins Lager: Wie der Onlinehandel die Intralogistik antreibt

Hubwagen, Stapler und Regaltechnik gelten als unscheinbar – doch hinter dem stetig wachsenden Onlinehandel steckt eine Branche, deren Bedeutung für den Mittelstand oft unterschätzt wird.

Von Anton · · 4 Min. Lesezeit

Wenn ein Paket innerhalb eines Tages an der Haustür ankommt, liegt zwischen Bestellung und Lieferung eine Kette von Handgriffen, die kaum jemand sieht. Ein großer Teil davon spielt sich in Lagerhallen ab – beim Heben, Stapeln, Kommissionieren und Transportieren von Waren. Diese sogenannte Intralogistik, also der innerbetriebliche Material- und Warenfluss, rückt mit dem anhaltenden Wachstum des Onlinehandels stärker in den Blick. Anlass für diese Einordnung ist unter anderem die Umfirmierung eines norddeutschen Anbieters von Transportgeräten, der nach eigenen Angaben einen wachsenden Schwerpunkt im Geschäft mit Hubwagen und ähnlicher Technik sieht. Der Fall ist exemplarisch für einen größeren Trend.

Ein Markt, der mit dem E-Commerce wächst

Der deutsche Onlinehandel hat seine Schwächephase überwunden: Nach Auswertungen von Branchenverbänden legte der Bruttoumsatz mit Waren zuletzt wieder zu und liegt im Bereich von über 80 Milliarden Euro pro Jahr. Besonders schnell wächst der Onlinekauf von Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs. Jedes zusätzliche Paket muss irgendwo gelagert, sortiert und bewegt werden – und genau hier setzt die Intralogistik an.

Marktbeobachter sehen entsprechend ein kräftiges Wachstum: Schätzungen zufolge legt der Intralogistikmarkt in Deutschland über die kommenden Jahre mit zweistelligen Wachstumsraten zu, getragen vor allem vom Segment Handel und E-Commerce. Die Bandbreite reicht dabei vom einfachen Handgabelhubwagen über elektrische Stapler bis zu hochautomatisierten Lager- und Fördersystemen.

Vom Verbrenner zum Elektroantrieb

Zugleich verändert sich die Technik selbst. Auf dem Weltmarkt für Flurförderzeuge – der Sammelbegriff für Stapler, Hubwagen und ähnliche Geräte – zeigt sich seit Jahren ein klarer Trend zur Elektrifizierung. Branchenstatistiken zufolge wurden zuletzt weltweit mehr als zwei Millionen Geräte pro Jahr bestellt, wobei elektrisch betriebene Modelle in nahezu allen Segmenten zulegen, während klassische Verbrenner an Bedeutung verlieren. Treiber sind strengere Emissionsvorgaben, der Einsatz in geschlossenen Hallen und sinkende Kosten der Batterietechnik.

Für Betriebe bedeutet das einen doppelten Modernisierungsdruck: Sie müssen nicht nur mehr Waren bewegen, sondern dies zunehmend mit emissionsärmerer und stärker vernetzter Technik tun. Hersteller verweisen darauf, dass moderne Geräte über Sensorik und Software Daten zu Auslastung und Wartung liefern können – ein Schritt, der die Grenze zwischen klassischer Lagertechnik und digitaler Logistik verschwimmen lässt.

Warum gerade der Mittelstand betroffen ist

Im öffentlichen Bild der Logistik dominieren die großen Verteilzentren bekannter Versandhändler. Der weitaus größere Teil der Branche besteht jedoch aus mittelständischen Unternehmen – Großhändlern, Zulieferern, Handwerksbetrieben mit Lager, regionalen Versendern. Für sie ist die Ausstattung mit passender Transport- und Lagertechnik keine Nebensache, sondern oft eine Voraussetzung dafür, im wachsenden Onlinegeschäft überhaupt mithalten zu können.

Gleichzeitig stehen diese Betriebe vor nüchternen Abwägungen: Investitionen in neue Geräte oder Automatisierung müssen sich rechnen, der Fachkräftemangel erschwert den Betrieb, und nicht jede Hallengröße erlaubt hochautomatisierte Lösungen. Ob sich die zuletzt optimistischen Wachstumsprognosen erfüllen, hängt deshalb auch von der allgemeinen Konjunktur ab. Anbieter von Staplern berichten von einer in reifen Märkten eher verhaltenen Nachfrage, sehen aber im E-Commerce-Segment weiter Chancen.

Eine unscheinbare Branche mit Hebelwirkung

Hubwagen und Regaltechnik werden selten Schlagzeilen machen. Doch sie sind das Rückgrat eines Versprechens, an das sich Verbraucherinnen und Verbraucher längst gewöhnt haben: schnelle, verlässliche Lieferung. Je stärker der Onlinehandel zum festen Bestandteil des Konsums wird, desto wichtiger wird die Technik, die im Hintergrund die Waren in Bewegung hält. Die Umbenennung eines einzelnen Anbieters ist dabei nur ein kleines Signal – der eigentliche Treiber ist ein struktureller Wandel, der den Handel und die Logistik gleichermaßen erfasst.


Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Einordnung eines Branchentrends und keine Empfehlung für einzelne Anbieter oder Produkte.

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