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Der gefährlichste Raum im Haus: Warum altersgerechte Bäder immer wichtiger werden

Das Badezimmer ist für ältere Menschen der häufigste Unfallort im eigenen Zuhause. Eine alternde Gesellschaft rückt barrierearme Bäder vom Komfortthema zur Vorsorgefrage – eine Einordnung.

Von Anton · · 3 Min. Lesezeit

Rutschige Fliesen, ein hoher Wannenrand, wenig Platz zum Festhalten: Das Badezimmer gehört für viele Menschen zu den unscheinbarsten Räumen der Wohnung – und ist zugleich der gefährlichste. Anlass für diese Einordnung sind Pressemitteilungen aus dem Bereich barrierearmer Wohnlösungen, die darauf hinweisen, dass gerade ältere Menschen im Bad einem erhöhten Sturzrisiko ausgesetzt sind. Hinter dem Marketing einzelner Anbieter steht ein gesellschaftliches Thema, das mit dem demografischen Wandel an Bedeutung gewinnt.

Warum das Bad zur Risikozone wird

Die Zahlen sind deutlich: Nach Erhebungen verschiedener Präventionsinitiativen ereignen sich über 60 Prozent aller Stürze älterer Menschen in der eigenen Wohnung, und das Badezimmer ist dabei der häufigste Unfallort. Schätzungen gehen von rund 250.000 Sturzunfällen pro Jahr allein in deutschen Bädern aus, wobei die Dunkelziffer höher liegen dürfte, weil viele kleinere Stürze nie aktenkundig werden. Bei Menschen über 65 Jahren ist ein Sturz im Bad einer der häufigsten Gründe für eine Krankenhauseinweisung nach einem Haushaltsunfall. Die Kombination aus Nässe, glatten Oberflächen, beengten Verhältnissen und Bewegungen wie Bücken oder Übersteigen macht den Raum besonders tückisch.

Eine alternde Gesellschaft verändert die Prioritäten

Dass dieses Thema an Gewicht gewinnt, hat einen schlichten Grund: Deutschland altert. Mit jedem Jahr steigt die Zahl der Menschen, die möglichst lange selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben möchten – ein Wunsch, der in Umfragen regelmäßig ganz oben steht. Das Schlagwort dafür lautet „Ambient Assisted Living“ oder schlicht altersgerechtes Wohnen. Solange Mobilität und Sehkraft nachlassen, während der Anspruch an Selbstständigkeit bleibt, rückt die Frage in den Vordergrund, wie sich die Wohnung an den Menschen anpassen lässt – und nicht umgekehrt.

Was im Bad wirklich hilft

Fachstellen für Sturzprävention nennen eine Reihe von Maßnahmen, die das Risiko deutlich senken können, ohne dass gleich ein vollständiger Umbau nötig wäre. Dazu zählen rutschhemmende Bodenbeläge und Matten, fest verankerte Haltegriffe an Wanne und WC, eine gute, blendfreie Beleuchtung sowie der Verzicht auf lose Teppiche und Stolperkanten. Größere Eingriffe wie eine bodengleiche Dusche, eine Badewanne mit Einstiegstür oder ein Wannenlift gehen weiter und sind mit Kosten verbunden, können aber für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit den Unterschied zwischen Abhängigkeit und Selbstständigkeit ausmachen. Wichtig ist die Erkenntnis vieler Experten, dass sich ein erheblicher Teil dieser Stürze durch vergleichsweise einfache bauliche Anpassungen vermeiden ließe.

Förderung und Beratung nicht vergessen

Wer über einen altersgerechten Umbau nachdenkt, sollte sich nicht allein auf die Angebote einzelner Hersteller verlassen. Pflegekassen können unter bestimmten Voraussetzungen Zuschüsse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen gewähren, und auch Förderprogramme der staatlichen Förderbank kommen je nach Vorhaben in Betracht. Unabhängige Wohnberatungsstellen helfen dabei, den tatsächlichen Bedarf einzuschätzen, bevor investiert wird. So lässt sich vermeiden, dass am Ende viel Geld in Lösungen fließt, die am individuellen Bedarf vorbeigehen. Das Bad bleibt ein sensibler Raum – aber einer, der sich mit überschaubaren Mitteln deutlich sicherer gestalten lässt.


Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Einordnung und ersetzt keine individuelle Gesundheits-, Pflege- oder Bauberatung. Genannte Förder- und Schutzmaßnahmen sind allgemeine Hinweise; maßgeblich sind die jeweils gültigen Regelungen und eine fachkundige Beratung im Einzelfall.

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