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Backofen reinigen ohne aggressive Chemie: So wird er wieder sauber

Eingebrannte Fettspritzer und Krusten im Backofen lassen sich mit einfachen Hausmitteln lösen – ganz ohne scharfe Reiniger. So gehen Sie Schritt für Schritt vor.

Von Redaktion · · 4 Min. Lesezeit

Kaum ein Küchengerät verschmutzt so hartnäckig wie der Backofen. Übergekochte Aufläufe, Fettspritzer vom Braten und Zuckerreste vom Kuchen brennen sich bei hohen Temperaturen regelrecht ein. Die gute Nachricht: Sie brauchen dafür keine aggressiven Backofensprays mit beißendem Geruch. Mit ein paar Hausmitteln, etwas Einweichzeit und der richtigen Reihenfolge wird der Ofen wieder sauber – schonend für die Oberflächen und angenehm geruchsarm.

Erst einweichen, dann schrubben

Der wichtigste Grundsatz beim Backofen lautet: Schmutz löst sich am besten, wenn er vorher aufweicht. Wer sofort mit dem Schwamm ans Werk geht, schrubbt oft lange vergeblich. Lassen Sie den Ofen also arbeiten, bevor Sie es tun.

Eine einfache Methode: Stellen Sie eine ofenfeste Schüssel mit Wasser und einem Schuss Spülmittel oder etwas Zitronensaft für rund 20 bis 30 Minuten bei etwa 120 Grad in den Ofen. Der aufsteigende Dampf legt sich auf die verkrusteten Stellen und weicht sie an. Danach lassen sich viele Rückstände bereits mit einem feuchten Tuch abwischen. Lassen Sie den Ofen vor dem Auswischen so weit abkühlen, dass Sie gefahrlos hineinfassen können.

Natronpaste gegen eingebrannte Krusten

Für hartnäckige, dunkle Krusten hat sich Natron (auch als Speisenatron oder Backsoda bekannt) bewährt. Rühren Sie aus etwa fünf Esslöffeln Natron und wenig Wasser eine streichfähige Paste an. Tragen Sie diese großzügig auf die verschmutzten Innenflächen auf – rund um besonders eingebrannte Stellen darf die Schicht ruhig dicker sein. Sparen Sie dabei die Heizstäbe und, falls vorhanden, das Gebläse aus.

Lassen Sie die Paste mehrere Stunden oder über Nacht einwirken. In dieser Zeit weicht sie die Verkrustungen auf. Anschließend wischen Sie die getrocknete Paste mit einem feuchten Tuch ab. Wo sich noch Reste halten, hilft ein sanftes Nachwischen mit etwas Essig: Die Kombination aus Natron und Essig schäumt leicht auf und löst die letzten Rückstände. Ein weicher Kunststoffschaber unterstützt bei dickeren Krusten, ohne die Emailleschicht zu zerkratzen.

Fenster, Gitter und Bleche nicht vergessen

Die Glastür wird oft speckig und trüb. Auch hier wirkt eine dünne Natronpaste gut: auftragen, kurz einwirken lassen, mit feuchtem Tuch abnehmen und mit einem trockenen, fusselfreien Tuch nachpolieren. Bei vielen Öfen lässt sich die Innenscheibe zum gründlichen Putzen aushängen – ein Blick in die Bedienungsanleitung zeigt, ob und wie das bei Ihrem Modell möglich ist.

Roste und Bleche weichen Sie am besten separat ein. Legen Sie sie in die Spüle oder die Badewanne, bedecken Sie sie mit warmem Wasser und etwas Spülmittel und lassen Sie sie eine Weile stehen. Für stark verkrustete Roste können Sie zusätzlich Natron über die feuchten Stellen streuen. Nach dem Einweichen lässt sich der gelöste Schmutz meist leicht abbürsten.

Gerüche neutralisieren und vorbeugen

Wenn nach dem Braten ein hartnäckiger Geruch im Ofen bleibt, hilft ein einfacher Trick: eine hitzefeste Schale mit Wasser und einigen Zitronenscheiben für etwa 15 Minuten in den warmen Ofen stellen. Der Zitrusduft überlagert unangenehme Gerüche auf natürliche Weise.

Damit die nächste Grundreinigung länger auf sich warten lässt, lohnt sich etwas Vorbeugung. Legen Sie beim Backen von Aufläufen oder saftigen Gerichten ein Blech oder Backpapier auf die untere Schiene, das herabtropfendes Fett auffängt. Wischen Sie kleine Spritzer am besten aus, solange der Ofen noch leicht warm ist – dann sind sie noch weich. So sammeln sich gar nicht erst dicke Schichten an, die sich später mühsam lösen lassen.

Was Sie besser vermeiden

Auch mit Hausmitteln gilt: nicht alles verträgt jede Behandlung. Scheuermittel und harte Metallschwämme können die Emaille und die Glastür zerkratzen. Bei Öfen mit selbstreinigender Beschichtung (Katalyse oder Pyrolyse) sollten Sie ganz auf Natron, Essig und Scheuermittel verzichten und sich an die Herstellerhinweise halten, da diese Beschichtungen empfindlich reagieren. Und lassen Sie den Ofen vor jeder Nassreinigung ausreichend abkühlen – heiße Flächen und Wasser vertragen sich nicht.

Fazit

Ein sauberer Backofen ist keine Frage von Muskelkraft oder scharfer Chemie, sondern von Geduld und der richtigen Reihenfolge. Erst einweichen, dann mit Natron und etwas Essig die Krusten lösen, Tür, Roste und Bleche separat behandeln – so wird der Ofen mit einfachen Mitteln wieder sauber. Wer kleine Spritzer regelmäßig auswischt und beim Backen vorbeugt, spart sich die große Grundreinigung ohnehin für lange Zeit.

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