Technik mieten statt kaufen: Warum Device-as-a-Service im Mittelstand wächst

Immer mehr Mittelständler mieten IT-Hardware inklusive Service, statt sie zu kaufen. Was hinter Device-as-a-Service und B2B2X-Modellen steckt und worauf Betriebe achten sollten.

Teilen

Lange galt es als selbstverständlich, dass Unternehmen ihre IT-Ausstattung kaufen und über Jahre in der Bilanz abschreiben. Inzwischen zeichnet sich im Mittelstand ein Wandel ab: Statt Notebooks, Smartphones oder spezialisiertes Equipment zu besitzen, mieten immer mehr Betriebe ihre Hardware flexibel und buchen Service gleich mit. Unter Schlagworten wie Device-as-a-Service (DaaS) und B2B2X verschiebt sich der Blick vom Eigentum hin zur reinen Nutzung.

Vom Kauf zum Nutzungsmodell

Das Prinzip ist aus dem Privatbereich vertraut: Wer ein Auto least oder Software im Abo nutzt, zahlt für die Nutzung, nicht für den Besitz. Übertragen auf die Unternehmens-IT bedeutet das, dass Hardware, Wartung, Austausch und am Ende auch die fachgerechte Entsorgung in einem Paket gebündelt werden. Der Betrieb erhält einsatzbereite Geräte gegen eine monatliche Rate und gibt sie nach Ablauf der Laufzeit zurück. Anbieter kümmern sich um Reparatur, Ersatz bei Defekten und oft auch um die Wiederaufbereitung der Geräte.

Treiber: Liquidität, Fachkräftemangel und Nachhaltigkeit

Mehrere Entwicklungen befeuern den Trend gleichzeitig. Zum einen schonen Mietmodelle die Liquidität, weil große Einmalinvestitionen entfallen und Kosten planbar über die Laufzeit verteilt werden. Gerade in einem unsicheren wirtschaftlichen Umfeld ist das für viele Mittelständler ein Argument. Zum anderen entlasten gebündelte Servicepakete interne IT-Abteilungen, die angesichts des Fachkräftemangels ohnehin dünn besetzt sind. Hinzu kommt der Nachhaltigkeitsaspekt: Anbieter werben damit, dass zurückgegebene Geräte aufbereitet und weiterverwendet werden, was die Nutzungsdauer von Hardware verlängern kann. Wie wirksam das im Einzelfall ist, hängt allerdings von den konkreten Prozessen des jeweiligen Anbieters ab.

B2B2X als Vertriebstrend

Parallel zum Mietgedanken etabliert sich das sogenannte B2B2X-Modell, bei dem ein Anbieter seine Lösung nicht direkt an den Endkunden verkauft, sondern über Partnerunternehmen ausspielt. Händler, Systemhäuser oder Dienstleister integrieren das Miet- und Servicemodell in ihr eigenes Angebot und reichen es an ihre Kundschaft weiter. Für den Mittelstand kann das bedeuten, dass solche Modelle künftig häufiger über vertraute Geschäftspartner angeboten werden, statt über einen einzelnen Hersteller. Branchenbeobachter sehen darin einen Vertriebstrend, der die Verbreitung von Nutzungsmodellen zusätzlich beschleunigen dürfte.

Was Betriebe abwägen sollten

Ein Mietmodell ist kein Selbstläufer und nicht für jeden Bedarf die günstigste Lösung. Über lange Nutzungszeiträume kann der Kauf in der Summe preiswerter sein, und Unternehmen geben mit der Miete einen Teil ihrer Kontrolle über Hardware und Daten ab. Wichtig sind daher klare Vertragsbedingungen: Was passiert bei Defekten, wie schnell wird Ersatz gestellt, wie werden Daten beim Rückgabeprozess gelöscht und welche Kosten entstehen bei vorzeitiger Kündigung? Auch die Frage, ob Geräte am Laufzeitende übernommen werden können, sollte vorab geklärt sein. Wer diese Punkte sauber prüft, kann mit Nutzungsmodellen Flexibilität gewinnen, ohne unangenehme Überraschungen zu riskieren.


Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Einordnung eines aktuellen Trends und keine Kaufberatung oder Werbung für einzelne Anbieter.