Grill reinigen: So werden Rost, Fettfang und Deckel wieder richtig sauber
Eingebrannte Grillreste, verklebtes Fett und ein muffiger Deckel gehören zur Grillsaison – müssen aber nicht bleiben. Mit der richtigen Reihenfolge, einfachen Hausmitteln und etwas Vorbeugung wird der Grill schnell wieder sauber und hält länger.
Nach ein paar Grillabenden sieht man es dem Gerät an: Der Rost ist mit schwarzen Krusten überzogen, im Fettfang sammelt sich zäher Schmodder und unter dem Deckel hängt ein rauchiger Geruch. Wer den Grill regelmäßig und in der richtigen Reihenfolge reinigt, spart sich mühsames Schrubben, verlängert die Lebensdauer und sorgt dafür, dass beim nächsten Mal nichts anbrennt oder verkohlt schmeckt. Die folgenden Schritte funktionieren für Holzkohle-, Gas- und Elektrogrills gleichermaßen – mit ein paar Unterschieden, auf die wir hinweisen.
Den Rost reinigen, solange er noch warm ist
Der beste Zeitpunkt für die Rost-Reinigung ist direkt nach dem Grillen, wenn das Gitter noch handwarm, aber nicht mehr heiß ist. Angebrannte Reste lassen sich dann deutlich leichter lösen als am nächsten Tag, wenn alles hart eingetrocknet ist. Fahren Sie zuerst mit einer stabilen Bürste über die Stäbe. Statt einer klassischen Drahtbürste, bei der sich einzelne Borsten lösen und im Essen landen können, eignen sich Bürsten aus Edelstahlspirale, Messing oder eine zusammengefaltete Lage Alufolie, die Sie mit der Grillzange über den Rost reiben.
Sitzt die Kruste fest, hilft ein einfacher Trick: Legen Sie den Rost in einen Müllsack oder eine große Wanne, übergießen Sie ihn mit heißem Wasser und etwas Spülmittel und lassen Sie ihn ein bis zwei Stunden einweichen. Danach lösen sich die Reste meist mit wenig Druck. Bei emailliertem oder beschichtetem Rost sollten Sie auf harte Metallbürsten verzichten und stattdessen einen Schwamm oder eine Kunststoffbürste nutzen, damit die Oberfläche nicht zerkratzt.
Fettfang und Innenraum nicht vergessen
Der Fettfang oder die Auffangschale wird beim Putzen am häufigsten übersehen – dabei ist er die häufigste Ursache für unangenehmen Geruch und im schlimmsten Fall für Stichflammen. Entnehmen Sie die Schale und entsorgen Sie ausgehärtetes Fett im Restmüll, nicht im Abfluss. Eine dünne Schicht Sand, Katzenstreu oder Alufolie in der Schale fängt neues Fett auf und macht die nächste Reinigung deutlich einfacher.
Beim Holzkohlegrill sollten Sie kalte Asche vollständig entfernen, da sie Feuchtigkeit zieht und den Kessel von innen rosten lässt. Wischen Sie die Innenwände mit einem feuchten Tuch aus; hartnäckige Beläge lösen Sie mit heißem Wasser und Spülmittel. Beim Gasgrill lohnt ein Blick auf die Brennerabdeckungen und Flammenverteiler: Verstopfte Öffnungen führen zu ungleichmäßiger Hitze. Bürsten Sie sie vorsichtig frei, ohne die Düsen zu verbiegen.
Hausmittel gegen eingebrannte Krusten
Für starke Verschmutzungen brauchen Sie selten teure Spezialreiniger. Eine Paste aus Natron oder Backpulver und etwas Wasser wirkt gut gegen eingebranntes Fett: auftragen, 20 bis 30 Minuten einwirken lassen und dann abbürsten. Auch eine halbierte Zwiebel oder Zitrone, über den noch warmen Rost gerieben, hilft gegen leichte Rückstände und wirkt ganz nebenbei geruchsneutralisierend.
Bei stark verkrusteten Rosten können Sie die Einweichlösung mit einem Schuss Haushaltsessig verstärken. Lassen Sie danach nichts zu lange im Essigwasser liegen, besonders bei Aluminium- oder beschichteten Teilen. Nach jeder Nassreinigung gilt: gründlich mit klarem Wasser nachspülen und vollständig trocknen lassen, damit sich kein Rost bildet.
Deckel und Außenflächen pflegen
Unter dem Deckel setzt sich mit der Zeit eine schwarze, blätternde Schicht ab. Das ist meist verharztes Fett und Rauchkondensat, kein abplatzender Lack. Bürsten Sie lose Partikel mit einer weichen Bürste ab und wischen Sie den Deckel warm mit Spülwasser aus. Die Außenflächen aus Edelstahl reinigen Sie mit einem weichen Tuch in Richtung der Schliffstruktur; ein Tropfen Öl auf einem Tuch bringt anschließend den Glanz zurück und schützt vor Fingerabdrücken.
Lackierte Gehäuse vertragen keine scheuernden Mittel – hier reicht mildes Spülwasser. Prüfen Sie bei der Gelegenheit auch Rollen, Scharniere und Schrauben und ziehen Sie Lockeres nach.
Vorbeugen spart Arbeit
Wer den Rost vor dem Grillen kurz aufheizt und leicht einölt, verhindert, dass Fleisch und Gemüse festkleben – das erleichtert später die Reinigung erheblich. Eine passende Abdeckhaube hält Regen, Staub und Vogelkot ab und beugt Rost vor. Lagern Sie den Grill im Winter trocken und mit sauberem, trockenem Innenraum. So starten Sie in die nächste Saison ohne böse Überraschungen.
Fazit
Ein sauberer Grill schmeckt besser, ist sicherer und hält länger. Wichtig sind vor allem die richtige Reihenfolge – erst der warme Rost, dann Fettfang und Innenraum, zum Schluss Deckel und Außenflächen – und ein wenig Vorbeugung mit Einölen und Abdeckung. Mit einfachen Hausmitteln wie Natron, Essig oder einer halben Zwiebel bekommen Sie die meisten Verschmutzungen ganz ohne Spezialreiniger in den Griff.