Reifendruck prüfen und einstellen: So sind Sie sicherer und sparsamer unterwegs
Zu wenig Luft im Reifen kostet Sprit, verschleißt das Profil und verschlechtert das Fahrverhalten. Mit ein paar einfachen Handgriffen prüfen und korrigieren Sie den Reifendruck in wenigen Minuten richtig.
Der Reifendruck gehört zu den Dingen am Auto, die schnell in Vergessenheit geraten – dabei hat kaum ein anderer Wert so viel Einfluss auf Sicherheit, Verbrauch und Verschleiß. Reifen verlieren ganz von selbst mit der Zeit Luft, und schon ein deutlich zu niedriger Druck macht sich bemerkbar: Der Wagen liegt schwammiger auf der Straße, der Bremsweg kann länger werden und der Spritverbrauch steigt. Die gute Nachricht: Prüfen und Nachfüllen dauert nur wenige Minuten und lässt sich an fast jeder Tankstelle erledigen.
Warum der richtige Reifendruck so wichtig ist
Ein Reifen mit zu wenig Luft walkt beim Rollen stärker durch. Das erhöht den Rollwiderstand, wodurch der Motor mehr Kraft aufbringen muss und der Verbrauch steigt. Gleichzeitig erwärmt sich der Reifen dabei stärker, was ihn schneller altern lässt und im Extremfall die Struktur schädigen kann. Auch das Profil leidet: Bei zu niedrigem Druck nutzen sich die Außenkanten schneller ab, bei zu hohem Druck vor allem die Mitte der Lauffläche.
Neben dem Verschleiß geht es vor allem um die Fahrsicherheit. Reifen mit dem passenden Druck bieten eine gleichmäßige Auflagefläche, kürzere Bremswege und ein stabileres Verhalten in Kurven. Gerade auf langen Strecken und bei hoher Beladung – etwa auf der Urlaubsfahrt – zahlt sich die kurze Kontrolle vorher aus.
Den passenden Wert für Ihr Fahrzeug finden
Der richtige Reifendruck steht nicht auf dem Reifen selbst, sondern wird vom Fahrzeughersteller vorgegeben. Sie finden die Werte an mehreren gut zugänglichen Stellen: häufig auf einem Aufkleber im Türrahmen der Fahrertür, im Tankdeckel oder im Handschuhfach – und selbstverständlich im Bordbuch. Oft sind dort zwei Angaben aufgeführt: ein Wert für den Normalbetrieb und ein höherer Wert für volle Beladung oder Autobahnfahrten.
Achten Sie darauf, ob unterschiedliche Werte für Vorder- und Hinterachse angegeben sind – das ist bei vielen Modellen der Fall. Wenn Sie das Auto voll beladen, mehrere Personen mitnehmen oder einen Anhänger ziehen, wählen Sie den höheren, für Zuladung vorgesehenen Wert. Ein etwas höherer Druck im Rahmen der Herstellerangaben ist in der Regel unproblematisch und kann den Verbrauch sogar leicht senken; deutlich abweichen sollten Sie von den Vorgaben aber nicht.
So prüfen Sie den Druck richtig
Entscheidend ist, dass Sie den Druck an kalten Reifen messen. Beim Fahren erwärmen sich die Reifen, die Luft dehnt sich aus und der angezeigte Wert fällt höher aus als in Ruhe. Prüfen Sie deshalb am besten, bevor Sie losfahren, oder nach höchstens ein bis zwei Kilometern langsamer Fahrt zur nächsten Tankstelle. Haben sich die Reifen bereits erwärmt, sollten Sie nicht Luft ablassen, um auf den Kaltwert zu kommen.
Gehen Sie Schritt für Schritt vor:
Schrauben Sie zunächst die Ventilkappe ab und legen Sie sie an einen sicheren Ort, damit sie nicht wegrollt. Setzen Sie dann den Prüfstecker des Druckmessers fest und gerade auf das Ventil – zischt es hörbar, sitzt er nicht richtig. Lesen Sie den Wert ab und vergleichen Sie ihn mit der Herstellerangabe. Füllen Sie bei Bedarf Luft nach oder lassen Sie über das kleine Entlüftungsventil des Geräts etwas ab. Zum Schluss die Ventilkappe wieder aufschrauben, sie schützt das Ventil vor Schmutz und Feuchtigkeit.
Vergessen Sie das Reserverad nicht, falls Ihr Auto eines hat – es verliert unbemerkt Luft und ist im Ernstfall nur dann eine Hilfe, wenn es ausreichend gefüllt ist. Ein eigener, kompakter Druckprüfer für das Handschuhfach kostet wenig und macht Sie unabhängig von funktionierenden Tankstellengeräten.
Wie oft kontrollieren – und worauf Sie sonst achten sollten
Als praktische Faustregel hat es sich bewährt, den Reifendruck etwa einmal im Monat sowie vor jeder längeren Fahrt zu prüfen. Auch nach einem deutlichen Wechsel der Außentemperatur lohnt der kurze Check, denn Kälte lässt den Druck sinken. Wer viel fährt, kontrolliert eher häufiger.
Werfen Sie bei der Gelegenheit gleich einen Blick auf den Zustand der Reifen. Prüfen Sie die Profiltiefe – Reifen mit sehr wenig Profil bieten deutlich weniger Halt, besonders bei Nässe. Achten Sie außerdem auf Risse, Beulen, eingefahrene Fremdkörper wie Nägel oder ungleichmäßigen Abrieb. Verliert ein einzelner Reifen auffällig schnell Luft, steckt oft ein schleichender Defekt dahinter, den eine Fachwerkstatt begutachten sollte.
Fazit
Der Reifendruck ist ein kleiner Wert mit großer Wirkung: Er entscheidet mit über Sicherheit, Verbrauch und die Lebensdauer der Reifen. Die Kontrolle kostet nur wenige Minuten, gelingt an jeder Tankstelle und sollte etwa einmal im Monat sowie vor jeder langen Fahrt zur Routine werden. Wer die Werte aus dem Türrahmen oder Tankdeckel beachtet, an kalten Reifen misst und dabei auch Profil und Zustand im Blick behält, ist spürbar sicherer und sparsamer unterwegs.